Bing-Vergaser: "Richtige" Hauptdüse läuft viel zu fett

  • Hallo,


    vielleicht nicht direkt von Bing, bin mir gerade nicht mehr sicher: Ich habe den Vergaser bei Weisswange gekauft, auf der Verpackung steht jedoch "Fritz Hintermayr GmbH Bing-Vergaser-Fabrik".
    Der Vergaser weist einen Innendurchmesser von exakt 16mm auf, der Stutzen des Einlaßkanals hat jedoch "nur" einen Innendurchmesser von 16,3mm.
    Ich habe ihn so wie er jetzt ist übernommen, jedoch letzten Winter auf VAPE umgestellt. Davor war jedoch auch schon die 72 HD verbaut.
    Ich habe übrigens wie schon beschrieben beide Vergaser, einen 1/16/18 und den neueren 1/16/36 mit gleichem Verhalten.


    Da mein Problem bei Volllast besteht, hat meines Wissens die Düsennadel ja keinen Einfluss?! Im Volllastbereich bestimmt doch einzig und allein die HD die Krafstoffmenge.


    Ich wollte heute die Zündeinstellung mit dem Stoboskop überprüfen, jedoch will meine Lampe mit meiner Batterie (1,2Ah) nicht blitzen. Werds am WE mal mit einer größeren versuchen.
    Ich denke der Zündzeitpunkt passt aber, da ich am Anfang die falsche Bohrung der Grundplatte verwendet habe :o und dadurch enorme Fehlzündungen hatte. Außerdem habe ich nun die gleiche HD wie bei der mech. Zündung vor dem Umbau. Dann müssten ja beide gleich falsch gezündet haben (die eine besser die andere schlechter ;) ).


    Bin dann auch heute gleich mal raus und habe wieder die 90 HD montiert, anschließend rauf aufs Moped und den Tipp mit dem Benzinhahn getestet: Nein, es gibt kein Fenster in dem der Motor wirklich gut läuft.



    Sollts am Ende der zu geringe Innendurchmesser des Einlasses sein?

  • Nein, der geringe Innendurchmesser hat nicht einen so großen Einfluß.
    Wenn also der Vorbesitzer auch schon kleinere HD hatte muß das ja einen Grund haben.
    Mach doch trotzdem mal die Nadel stufenweise nach unten.


    Die meisten neueren Stroboskoplampen brauchen 12 Volt. Hast Du die 6 Volt VAPE? Dann funktioniert das nicht.


    Mußt externe 12 V Batterie nehmen. Und wenns nicht blitzt verdreh die Zange um 180 Grad.


    Schließlich mußt Du mit der 70 er HD leben.


    Gruß fidstromer.

  • Nicht nur Du Gerry 125, wir alle.


    Ich habe mal in meine Unterlagen nachgeschaut.


    Normalerweise hat ein Vergaser mit 16 mm Weite eine ca. 80 Hauptdüse.


    Ich finde 90 schon sehr groß. Die habe ich bei meinen Motorrädern mit Weite von 20-22 mm.


    Gruß fidstromer.

  • Hallo zusammen,
    keine Sorge, es gibt schon Rückmeldung ;) Allein schon, weils in Zukunft vielleicht anderen mit dem gleichen Problem hilft und ich persönlich Threads hasse, bei denen die Lösung nicht mehr rückgemeldet wurde :rolleyes:


    So, nun wieder zum eigentlichen Thema: Ich fahre mittlerweile mit der HD86, weil ich Überhitzungserscheinungen hatte und keinen Kolbenklemmer riskieren will! Die 90er geht allerdings immer noch nicht...
    Allerdings habe ich ne heiße Spur: Ich hatte nun die Gelegenheit die Kompression zu messen. Ich erreiche mit Müh und Not 6bar. Ich hatte ja mal erwähnt, dass ich Undichtigkeiten am Zylinderkopf habe, allerdings bei der 72 HD minimal und deswegen hab ich die ein wenig vernachlässigt :o Mit der 86 HD kommt schon mehr raus, deswegen meine Theorie: Ich verliere hier Gemisch, aber in noch größerem Maße Luft -> Überfettung...
    In nem Ostforum habe ich nun gelesen, dass die RT 125/3 gar keine Kopfdichtung hat, sondern nur die Flächen Plan sein müssen und sauber gepresst werden... Gibt's den für die RT 125 W ne Ersatzteilliste hier auf dieser Seite, anhand der ich rausfinden kann, ob die Dichtung raus muss?

  • Das mit den 6 bar Kompressionsenddruck geht schon in Ordnung. Sie hat doch nur ein Verdichtungsverhältnis von knapp 1:6.


    Und bedenke das erst nach Überfahren des Auspuffkanals eine wirkliche Verdichtung stattfindet.


    Die West DKWs hatten immer Zyl.Kopf Dichtungen.Die Ost DKWs nachher keine mehr. Materialeinsparung war angesagt!!!!!!!!!!!!


    Vorausetzung dafür ist eine gute Paßgenauigkeit zwischen Kopf und Zylinder. In der Serie zu machen, aber nach Gebrauch problematisch.


    Kopfdichtungen können geringe Unebenheiten ausgleichen weil sie elastisch sind.


    Nimm neue Kopfdichtung und ziehe gleichmäßig an mit Drehmomentschlüssel. Vorher mal Zylinder und Kopf auf ebener Platte mit feinem Schmirgelpapier abziehen.


    Gruß fidstromer.

  • Habe gerade Zylinder und Kopf geschliffen. Auf einer Glasplatte habe ich Schmirgelpapier mit 350, 500 und dann 1200 Körnung aufgeklebt und die Flächen mal richtig schön glatt poliert.
    Vor der Behandlung waren doch sehr tiefe Kratzer in den Dichtflächen.
    Mit der HD 86 hat es mir das Gemisch schon sehr erheblich rausgedrückt. Habe jetzt mal Kopf- und Fußdichtung bestellt. Ob es was geholfen hat erfahrt ihr hoffentlich am Wochenende ;)


    Bis dahin schöne Grüße,
    Wast

  • So, Dichtungen sind zwar gekommen, allerdings habe ich gesehen, dass die Gewinde der Stehbolzen nicht mehr das gelbe vom Ei sind.
    Also wird auf die neuen Bolzen gewartet...


    Derweil noch ein paar allgemeine Fragen:
    - Zur Dichtung: Die Fußdichtung ist relativ dünn und flexibel, die Kopfdichtung jedoch sehr dick und starr. Wäre für den Kopf nicht eine Dichtmasse besser? Die kann doch kleinste Unebenheiten besser ausgleichen, als die relativ feste Dichtung.
    - Zum Anziehen der Schrauben: Mit wieviel Drehmoment schraubt ihr die Bolzen und den Kopf an? Nach Recherche hätte ich jetzt für die Stehbolzen ca. 7Nm gewählt und den Kopf dann mit 12Nm-15Nm angezogen.

  • Solche Dichtungen kauft man beim Händler des Vertrauens wie z.B. Geyer, Greiner, Weißwange usw. und nicht in der Bucht.
    Meine Fußdichtungen sind in der Regel 0,5 mm oder weniger und die Kopfdichtungen 0,8 mm.


    Zylinderkopfmuttern M 6 werden in der Regel bis 15 Nm und M 8 mit 25 Nm angezogen. Stehbolzen im Alu Gehäuse weniger.
    Wichtig ist abwechselnd überkreuz.

  • Die Dichtung wurde bei Stemler gekauft ;)
    So, Stehbolzen und Dichtungen gewechselt und gleichmäßig über Kreuz mit 15Nm angezogen. Zylinder ist Dicht, Problem aber immer noch vorhanden...
    Habe nun mal weiter recherchiert und bin auf das Datenblatt der IFA RT125 gestoßen. Hier der entscheidende Auszug:
    [TABLE="border: 0, cellpadding: 0, cellspacing: 0"]

    [tr]


    [td]

    Vergaser:

    [/td]


    [TD="colspan: 2"]Nadeldüsen-Schwimmervergaser, Fabr. BVF RT 17[/TD]

    [/tr]


    [tr]


    [td]

    Vergasereinstellung:

    [/td]


    [TD="colspan: 2"]80, nach Einlaufzeit von ca. 1500 km HD 75[/TD]

    [/tr]


    [/TABLE]

    Hört sich für mich fast so an, als hätte der Vorbesitzer Zylinder und Kolben der IFA verbaut. Aber ganz passen vielleicht der Bing und der BVF Vergaser nicht zusammen, weswegen ich die Probleme mit der HD in der Größenordnung habe???

  • Der Vergaser der IFA RT 125 heißt BVF KNB 17-5 (Kolben-Nadeldüse-Block) und hat die Hauptdüse 80.


    Jeder Vergasertyp hat seine spezifischen Drucksignale an der Hauptdüse und sind daher nur grob zu vergleichen.
    Ich finde 90 beim 16 mm Bing auch relativ groß, aber es muß ja gepaßt haben.
    Ich hatte schon früher mal gefragt aber ohne Antwort.


    Wie verhält sich dann der Motorlauf im Düsennadelbereich, also Kolbenschieber bis 3/4 geöffnet ? Läuft er da auch zu fett ???


    Hast Du Dich gedanklich schon einmal mit der Messung des Kraftstoffniveaus in der Schwimmerkammer beschäftigt ???


    Kann man eigentlich leicht machen und gleichzeitig die Dichtheit des Schwimmernadelventil kontrolliern.


    Gruß fidstromer

  • Ich habe halt überall gelesen, dass der Bing 1/16/18 eine 90er Hauptdüse hat.
    Hier http://www.dkw-motorraeder.de/…rierung/anleitung-13.html wurde auch beschrieben:
    [h=3]Vergasereinstellung[/h]

    spacer.gif spacer.gif RT 125W spacer.gif spacer.gif
    Vergasertyp "Bing" 1/16/18
    Brennstoffdüse 90
    Nadelposition 2
    Nadeldüse 310
    Nadel 13x1,2
    Durchlaß 16
    Leerlaufdüse -
    Leerlaufluftstellschraube -
    Mischkammereinsatz Größe -



    Auf der gleichen Seite habe ich nun das Datenblatt der "W" gefunden: http://www.dkw-motorraeder.de/…+rt+125+w.datenblatt.html
    Und siehe da, hier steht nun doch plötzlich
    [TABLE="border: 0, cellpadding: 0, cellspacing: 0"]

    [tr]


    [TD="colspan: 2"] [h=2]Vergaser[/h] [/TD]

    [/tr]


    [tr]


    [TD="class: techdattable"]Fabrikat[/TD]
    [TD="class: techdattable"]
    Bing[/TD]

    [/tr]


    [tr]


    [TD="class: techdattable"]
    Typ[/TD]
    [TD="class: techdattable"]
    AJ 1/16/18[/TD]

    [/tr]


    [tr]


    [TD="class: techdattable"]
    Hauptdüse[/TD]
    [TD="class: techdattable"]
    85[/TD]

    [/tr]


    [tr]


    [TD="class: techdattable"]
    Nadeldüse[/TD]
    [TD="class: techdattable"]
    273[/TD]

    [/tr]


    [tr]


    [TD="class: techdattable"]
    Nadeleinstellung[/TD]
    [TD="class: techdattable"]
    2[/TD]

    [/tr]


    [tr]


    [TD="class: techdattable"]
    Durchlaß[/TD]
    [TD="class: techdattable"]
    16[/TD]

    [/tr]


    [tr]


    [TD="class: techdattable"]
    Nadelkonus[/TD]
    [TD="class: techdattable"]
    13x1,2[/TD]

    [/tr]


    [tr]


    [TD="class: techdattable"]
    Luftfilter[/TD]
    [TD="class: techdattable"]
    Knecht Naßluftfilter Typ FL 1279[/TD]

    [/tr]


    [/TABLE]


    Die Verwirrung ist nun perfekt :rolleyes:


    Mit der HD90 ist im kompletten Betriebsbereich zuviel Kraftstoff vorhanden... Jetzt aktuell mit der HD84 ist bei 3/4 Stellung noch alles i.O., wiederum habe ich immer noch die rupige Drehzahlbegrenzung bei Vollgas.
    Mit der Messung des Kraftstoffniveaus habe ich mich noch nicht beschäftigt, mir sind aber alle Mittel recht, um ein sauberes Laufverhalten zu erreichen ;)

  • Wast,


    wenn Du mit der 90 HD über den ganzen Betriebsbereich Überfettungsprobleme hast, was garnicht sein darf, denn in der Teillast ist die Düsennadel bzw. Nadeldüse dafür verantwortlich (und natürlich das Leerlaufsystem), dann wird die Kraftstoffmenge nicht durch die Nadel bestimmt, sondern durch die HD.
    D.h. die Kombination Nadeldüse und Düsennadel stimmt nicht, viel zu groß.
    Siehe auch oben in Deiner Tabelle einmal 310 und einmal 273.
    Hier mußt Du ansetzen damit weniger Kraftstoff über das Nadelsystem kommt.
    Nadel ganz tief bzw. Düsen Nadel 273 besorgen und dazu die richtige Nadel.


    Die Nadeldüse 310 hat innen D. von ca. 3,1 mm und die andere von 2,73. Das sind Welten.

  • Hallo fidstromer,


    deine Erklärung leuchtet mir ein.
    Beim 1/16/18(36) gibt es kein Leerlaufsystem, es wird nur der Schieber soweit herausgedreht, bis die gewünschte Leerlaufdrehzahl erreicht wird. Somit ist für den Teillastbereich nur noch die Nadeldüse zuständig. Eine Nadeldüse mit der Bezeichnung 273 kann ich jedoch nicht finden, einzig bei Greiner gibts eine Nadeldüse "2,70".
    Aber auch Greiner gibt die Kombination mit der Nadeldüse 310 an: http://www.greiner-oldtimertei…&ret=c258&action=download


    Im Moment habe ich ein Setup mit der HD80, mit welchem ich ganz gut fahren kann. Endgeschwindigkeit liegt bei ca. 63km/h. Allerdings habe ich eine spürbare, aber nicht starke, "unrunde" Drehzahlbegrenzung bei Volllast.
    Ich werde die nächsten Tage mal versuchen, die Enddrehzahl zu ermitteln, bei der dies geschieht. Auch versuche ich eine kleinere Nadeldüse zu ergattern, leider haben die bekannten Händler ja immer einen Mindestbestellwert...