Vergaser RT 125 2H Raum Köln

  • Liebe Leute,

    habe ein Problem mit meiner DKW RT 125 2 H.

    Bin bis jetzt nach erfolgreicher Komplettreperatur ca 50km mit meiner DKW gefahren.

    Vor einigen Wochen bin ich dann ca 20 Minuten durch die Stadt gefahren. Nach weiteren 5 Minuten Stop and Go ging sie einfach aus, und seitdem nicht mehr an.

    Das Zündkerzenbild ist ölig/nass. Neue Zündkerze bringt keine Abhilfe. Anschieben bringt nach mehrfachem großen Kraftaufwand ein kurzes Lebenszeichen, danach geht sie wieder aus.

    Herrausdrehen der Luftregulierschraube (Bing 1/20/20) bringt auch nix (habe ich sukzessive bis zu 3 Drehungen nach draußen ausprobiert).

    Ich vermute, dass was mit dem Vergaser nicht mehr stimmt.

    Hier meine Frage:

    Wohnt einer von Euch im Raum Köln und kann mir nen Vergaser leihen?

    Ich möchte nur wissen, ob es dann funktioniert.

    Kann ich einen anderen (neueren?, besseren?) Vergaser anschließen?

    In knapp 60 Jahren wird sich doch bestimmt was an der Technik gebessert haben, oder?


    Gruß


    Mattes

  • Hallo Mattes!

    Habe zwar kein Motorrad, aber was Du beschreibst könnte 1: darauf hinweisen, das der Vergaser über läuft. Schwimmernadelventil defekt oder Schmutz im Vergaser. 2. Kraftstoffniveau im Vergaser zu hoch. Und 3. kein Zündfunke.

    Vielleicht prüfst Du diese drei Punkte mal nach. Werkstatthandbuch hast Du?

    Viel Erfolg und melde Dich mal wenns läuft, oder auch wenns nicht läuft.

    LG

    Uwe

  • Hallo Mattes

    Die Symtome klingen sehr stark nach weggeschertem wellenkeil der Lima.Hatte das gleiche an meiner RT 125 und letzes Jahr sogar an meinem DKW F8. Schau noch mal neach der Zündung.

    Frank

  • Liebe Leute,

    vielen Dank schonmal für eure Hinweise.

    Habe heute festgestellt, dass der Zylinder ganz schon verdreckt und versprittet war.

    Habe versucht mit nem Lappen im Zylinder (Zündkerze raus) und ein bisschen gekicke das Ding etwas sauberer zu kriegen.

    Kann es sein, dass seit dem ich das Motorrad fahre die Maschiene ständig zu fett war?

    Würde das erklären, dass die Maschiene immer im Stop and go schlecht lief und irgendwann so verschmockt war, dass der Schmutzpegel nun so hoch ist das nix mehr geht?

    Zum Thema Vergaser:

    Hatte den schon draußen und gereinigt, werde Ihn aber nochmal ausbauen, sollte es bei der Lima keine Indizien geben.

    Zündkerze gibt Funken.


    Ich melde mich in jedem Fall wieder.


    Gruß


    Mattes

  • Hallo Mattes!

    Klar kann das sein. Schau Dir auch mal den Vergaser-Schwimmer an, ob der dicht ist. Kannst du durch Schütteln feststellen Da darf kein Sprit drin sein. Schwimmernadelventil würde ich mal erneuern!

    LG

    Uwe

  • Hallo Mattes,


    für mich klingt das auch nach dem 1. Problem, dass der Uwe beschrieben hat.


    Bei meiner RT175 VS hatte ich das nämlich auch schon paar Mal. Bei mir löst sich durch den Bajonettverschluss vom Tankdeckel, etwas die Tankinnenversiegelung (noch vom Vorbesitzer) und diese kleinen Flocken Lack hängen sich dann zwischen Schwimmernadel und deren Sitz. Somit kann die Nadel den Spritverbrauch nicht mehr richtig regulieren.

    Ob es das ist, solltest du aber mit aufgedrehtem Benzinhahn schnell rausfinden. Innerhalb paar Minuten lief das Gemisch bei mir über den kompletten Motor. Bei mir hat nur ein Filter geholfen, denn es lösen sich noch immer keine Flocken, bei jedem Öffnen des Tankdeckels.


    Gruß

    Julian

  • Ich habe dazu mal eine kurze Verständnisfrage. Oft wird bei schlechtem Lauf die

    Schwimmereinstellung erwähnt. Welchen Einfluß hat die Füllhöhe der Schwimmerkammer

    auf den Lauf des Motors? Klar, wenn sie zu Hoch ist läuft die Kammer über und wenn

    zu niedrich bekommt der Motor keinen Sprit mehr, soweit logisch. Aber alles dazwischen?

    Wozu sollte der Schwimmer millimetergenau eingestellt sein? Die Spritmenge wird

    doch eigentlich von den Düsen bestimmt. Vielleicht ne doofe Frage, würde mich aber

    echt interessieren.

    LG Robi

  • Was auch noch sein kann, wenn der Motor nach einiger Zeit stehen bleibt: Zündspule. Die alten Zündspulen geben bei Erwärmung gerne auf.

    Und durch die dann folgenden Startversuche kommt natürlich auch viel Sprit in den Motor, der dann nicht verbrannt wird.

    Als Einstieg in die Motorradtechnik der 50er Jahre kann ich Dir dieses hier wärmstens empfehlen:

    https://www.louis.de/artikel/b…einem-760-seiten/10053232

  • Hallo Robi!

    Die Schwimmerkammer sorgt dafür, das immer, also auch in Kurven , beim Beschleunigen und Bremsen genug Kraftstoff zur Verfügung steht. Die eigentliche Gemischbildung findet zwischen Vergaserdüse (Kraftstoff) und und Vergaserschieber (Luft) statt. Die Schwimmerhöhe muss in etwa, mit der Vorgabe übereinstimmen. Bei den modernen Kraftstoffen mit Alkoholanteilen eher etwas niedriger, die dehnen sich bei Erwärmung stärker aus.

    LG

    Uwe

  • Richtig, so wie ich es verstanden habe und auch schrieb. Es muß immer genug drin

    sein damits für die Verbrennun reicht und darf nicht überlaufen, soweit klar.

    Wenn nicht genug drin ist röchelt er ab. Wenn zuviel drin ist läuft er über.

    Alles dazwischen wäre demnach aber doch egal, warum sollte ein Motor

    deswegen unrund laufen oder sowas?

    Ich meine ja nur, weil immer wieder die Schwimmereinstellung auf den Milli

    angegeben und eingestellt wird.

    Erschließt sich für mich immer noch nicht.

  • Hi Robi!

    Wie ich schrieb, auf den Milimeter kommt es nicht an. Aber was hätten die sonst im Werkstathandbuch schreiben sollen? Also haben die sich festgelegt und sind bei Problemen aus dem Schneider. Was im Handbuch steht klappt immer.

    LG Uwe

  • Hey Leute,

    habe mir mal folgenden Dichtsatz besorgt


    http://www.greiner-oldtimertei…nr&pattern=784005&x=0&y=0


    Drei Dichtungen konnte ich erfolgreich einbauen, die Dichtringe an der Ausgleichskammer und den Gummiring an der Deckelplatte konnte ich nicht verbauen, vermutlich weil mein Vergaser ein anderer ist. Die Dichtungen der Nadeldüse, der Leerlaufdüse und die Dichtung an der Schwimmerkammer konnte ich samt neuem Schwimmerdeckel erfolgreich verbauen.

    Der Schwimmer ist augenscheinlich dicht. Rütteln und schütteln lässt nicht vermuten, dass da irgendwas gluckert etc. Der müsste also dicht sein.


    Mir stellt sich nur die Frage wo ich den Wellenkeil/Scheibenfeder/Woodruffkeil den DKWF8Frank beschrieben hat finde. Auf angehängter Explosionszeichnung konnte ich nix finden und in allen anderen Explosionszeichnungen (Motor etc.) auch nicht.

    Wollte den morgen eigentlich mal wechseln.


    Fazit:

    Schwimmer ist dicht

    Schwimmerdeckel ist durch neuen ersetzt

    Dichtung Nadeldüse ist neu

    Dichtung Leerlaufdüse ist neu

    Dichtring Schwimmerkammerdeckel ist neu.


    Wo befindet sich die Scheibenfeder?


    Danke für Eure Hilfe!!!


    Gruß


    Mattes

  • Bei der RT 125/2H gibt es keine Scheibenfeder, wenn eine originale Kurbelwelle drin steckt. Die Scheibenfeder wurde bei den älteren Motoren verwendet, um den Lima-Anker auf dem rechten Kurbelzapfen in der richtigen Position zu fixieren (damit die Zündung enstellbar ist). Bei der 125/2H gibt es eine Zylinderrolle 4x6, die in den Konus des rechten Zapfens eingesetzt ist.

    Stell den Vergaser nach Handbuch ein. Das passt immer, zumindest weitestgehend.

    Ebenso die Zündung. Auf welchen Wert ist die denn eingestellt?

    Angesichts der Symptome denke ich aber immer noch an die Zündspule. Vielleicht auch der Kondensator.

  • Hey Leute,

    kurze Zusammenfassung:

    -Zylinder und Zündkerze augenscheinlich trocken

    -Schwimmer ist dicht

    -Schwimmerdeckel ist durch neuen ersetzt

    -Dichtung Nadeldüse ist neu

    -Dichtung Leerlaufdüse ist neu

    -Dichtring Schwimmerkammerdeckel ist neu.


    Immer noch die selbe Symptomatik wie im ersten post beschrieben.


    -Heute den Vergaser (in leichter Schräglage) angebaut.

    -Nachdem ich den Sprithahn geöffnet habe, kam Sprit aus dem Tupfer (...ich möchte schon fast sagen "geschossen"...) rausgelaufen.

    Vermutung, dass durch Schräglage der Schwimmer nicht das Schwimmerventil getroffen hat.

    -Vergaser gerade gerückt.

    -Schwimmerkammer aufgemacht, Spritkammer leer gemacht, Sitz überprüft, Schwimmerkammer zu gemacht.

    -Ein paar mal Kickstarter getreten

    -Sprithahn auf


    Es tat sich leider wieder nix. Auch kurzes tupfen, Choke öffnen, Choke schließen hat nix gebracht.

    Leerlaufschraube ist auf 1 1/2 Drehungen offen.

    Ja: Ich hatte die Zündung an.


    Nachdem ich das Ding im 2.Gang (Wie im ersten Post von mir) angeschoben habe, kurzes Lebenszeichen danach: aus. und nicht mehr an.


    Zündkerzenbild nun wieder nass. Augenscheinlich stehe ich immer noch vor selbem Problem.||


    Nächste Woche werde ich mir ne Zünduhr und ne Fühlerlehre/Abstandslehre leihen und die Zündung nochmal einstellen.:rolleyes: Hat sich dann noch nix geändert werde ich mich wieder bei Euch melden.

    Finde es jedenfalls gut, das hier so hilfreich und nett ohne jeglichen Schwanzvergleich gepostet wird. Sehr angenehme Forumsatmosphäre.


    Gruß


    Mattes

  • Update:

    -Der Kondensator ist in Ordnung.


    Habe soeben den Kondensator messen lassen.

    Weitere Fragen:

    -Kann ich das Motorrad zum Testen auch mal ohne Kondensator laufen lassen?

    -Um auszuschließen, dass es die Zündspule ist: Kann ich einfach mal zum Test (irgend?-)eine andere nehmen?

    Die bei mir verbaute seht ihr im Anhang. Die Typenbezeichnung kann ich leider im eingebauten Zustand nicht lesen.

    Vielleicht kann mir hier jemand helfen?


    Gruß


    Mattes