RT200VS- Gasdrehgriff einstellen

  • Hallo,

    Meine RT 200 VS lief bisher immer sehr gut. Allerdings hakte öfter der Gaszug. Deshalb habe ich gestern den Gasgriff abgemacht und dabei festgestellt, dass die Linsensenkschraube, mit der die Abschlusskappe befestigt ist, so lose war, dass sie am Griffrohr schliff und sich manchmal verhakte. ( Teil 10 auf Seite 16 im Ersatzteilkatalog 84/1). Also habe ich die Senkschraube festgezogen und alles wieder zusammengebaut. Mir war aber nicht klar, in welcher Position des Drehgriffs und wie fest ich die Linsensenkschraube (Teil 12) unten am Gelenkstück anziehen sollte. Der Gasgriff ist bei mir nur dann leichtgängig, wenn diese Schraube ( eine Art Madenschraube) nicht festgezogen ist, Ich habe auch im Werkstatthandbuch (Oktober 1956) nachgeschaut, Position V 19 und V 22 sowie Bild15 V, "Drehgriff einstellen". Dort wird aber leider nicht beschrieben, WIE man die Schraube RICHTIG einstellt.

    Also habe ich alles irgendwie zusammengebaut, den Griffgummi drübergewürg , aber jetzt ist der Leerlauf völlig dereguliert, der Motor läuft nur noch halbwegs rund bei teilweise gezogenem Starterzug. Der Gasdrehriff scheint zu viel toten Weg zu haben. Im WHB habe ich gelesen, dass man nach einem Wechsel des Gaszugs den Leerlauf neu einstellen muss. Das wird am Vergaser gemacht. Bei mir scheint es aber am Drehgriff zu liegen. Also: Bevor ich mir am Vergaser zwecks neuer Leerlaufeinstellung zu schaffen mache: Wer weiß Rat, insbesondere wie man mit der oben erwähnten Linsenschraube den Gasdrehgriff richtig einstellt?

    Beste Grüße,

    Oldimat

  • So, hier erstmal die Seite 16 des ETK 84/1.

    Teil 12 ist dazu da, die Leichtgängigkeit des Gasgriffs einzustellen. Nämlich, ob er automatisch auf Standgas zurück geht, wenn man ihn loslässt, oder ob er stehen bleibt. Da gibt es also kein richtig oder falsch.

    Wenn der Motor nur rund läuft, wenn man den Startvergaser teilweise aktiviert, stimmt was nicht. Vorausgesetzt, der Motor ist betriebswarm, selbstverfreilich!

    Da hilft nur, den Vergaser nach den Vorgaben im Handbuch einzustellen.

    Wenn der Gaszug zu viel Spiel hat, stellt man das unten am Mischkammerdeckel ein. Dann startet man den Motor, dreht die Gasschieber-Anschlagschraube so weit hoch, dass der Motor nicht ausgeht, und dann verstellt man langsam die Gemischregulierschraube, ausgehend vom Handbuchwert. An der Stelle, wo der Motor am schnellsten läuft, lässt man die Schraube stehen und reguliert den Leerlauf mit der Anschlagschraube. Und das wars. Falls nicht irgendwas anderes im Argen liegt!

    Wichtig ist, dass der Motor beim Einstellen richtig betriebswarm ist. Ist er das nicht, läuft er später im betriebswarmen Zustand im Leerlauf zu schnell!

  • Hallo

    Wenn der Motor nur mit Startvergaser läuft und der Leerlauf nicht richtig einzustellen ist, würde ich prüfen, ob der Motor irgendwoher Nebenluft bekommt.

    Gruß

    Andreas

  • Hallo,

    Erst mal vielen Dank für die Antworten. Es hilft mir schon viel, zu wissen, dass die Madenschraube (Teil 12) nur für die Leichtgängigkeit des Gasgriffes zuständig ist. Übrigens: Wie kann man sie vor dem Losrappeln schützen, da sie ja nicht sehr festgezogen werden darf?

    Den toten Weg des Zuges und die Leerlaufeinstellung werde ich also am Vergaser laut Handbuch einzustellen versuchen.

    Ich berichte wieder, wenn ich dazu gekommen bin.

    Beste Grüße,

    Oldimat

  • Hallo,

    Ich möchte mal berichten, nachdem ich nach langer Zeit zum ersten Mal wieder eine längere Strecke (40 km) mit meiner RT 200VS gefahren bin: Ich habe den toten Weg des Gaszuges neu eingestellt und anschließend den Leerlauf nach Handbuch und wie von Motoschrauber hier empfohlen. Jetzt läuft sie wieder im Leerlauf schön rund ( d. h. ohne Choke, wenn der Motor richtig warm ist) und auch ganz normal im Fahrbetrieb.

    Beste Grüße,

    Oldimat