Zündspulen werden zu heiß nach Umbau auf elektronische Zündanlage

  • Hallo DKW Freunde,


    dieses Thema ist wohl nicht neu, und wurde 2017 schon behandelt. Vielleicht gibt es inzwischen aber neuere Fakten dazu. Nach dem Einbau einer Laubersheimer-Zündanlage werden die Zündspulen zu heiß und führen dazu, dass das Fahrzeug warm nur noch schlecht anspringt, Aussetzer hat und die Zündspulen kaum noch einen Funken produzieren. Der Grund dürfte bekannt sein ( die Spannungsbelastung der jeweiligen Zündspule ist bei der Lauberheimer-Zündung doppelt solange wie bei der originalen Kontaktzündung, wodurch sich die Spulen dann erhitzen ). Mich würde nun interessieren, ob durch die Verwendung von z.B. neuen Beru ZS 215 Zündspulen das Problem behoben werden kann, oder ob die neuen Spulen ebenfalls zu heiß werden und letztendlich dadurch keine Verbesserung eintritt. Vielleicht kann mir jemand seine Erfahrungen darüber mitteilen.


    Grüße Lado

  • Hallo,

    Du schreibst leider nicht, ob Du eine 6 oder 12 V Anlage in deinem DKW hast.Ich habe in meinem DKW seit ca. 10 Jahren eine Zündanlage von Laubersheimer verbaut u. das ohne Probleme. Habe in dieser Zeit bei 3 DKW Freunden ebenfalls die Anlage von Laubersheimer verbaut (die letzte vor ca. 5 Wochen), diese laufen alle ohne die genannten Probleme. Die Zündspulen werden nach meiner Erfahrung etwas wärmer, als mit der Kontaktzündung, aber niemals heiß.

    Hier liegt mit Sicherheit ein anderer Fehler vor, der abgeklärt werden muss und auch gefunden werden kann.


    Grüße

    Manfred

  • Hallo zusammen,

    ich habe es nochmal ausgegraben.

    Es ist tatsächlich so, mit der Laubersheimer Anlage, ziehen die Zündspulen doppelt solange Strom. Immer zwei Spulen

    werden geladen.

    ( Wer es nicht glaubt, Teste mit einem Ampere Meter ).


    Zum Beitrag von 2017:

    Suche original DKW 12 Volt Zündspulen Munga Teile 6617...Problem/Ausfall zu heiss?


    Hitze Verbesserungen gab es mit den "Simpson" Spulen.Die vertragen mehr.

    Gruß

    Heinz

  • Hallo,

    mir sind die heißen Spulen nach der Restaurierung auch aufgefallen, die Erklärung hat Heinz ja geliefert. Ich habe mir dann vorsorglich die teuren Berus zugelegt, da ich nicht mit einer langen Lebensdauer der alten Spulen gerechnet hatte. Fahre nun 4 Jahre ohne, dass ich die Berus eingebaut habe. Es sind noch immer die alten DDR-Zündspulen drinnen, die trotz ihres Alters und der gefühlt hohen Temperatur klaglos ihren Dienst versehen. Augenscheinlich können die Spulen die hohen Temperaturen lange Zeit ab.

    Gruß Jens

  • Hallo Jens,

    beruhigend zu erfahren, dass offensichtlich kein anderer Defekt vorliegt, ( AUVC100 hatte so etwas in seinem Beitrag vermutet ). Dies bestätigt meine Vermutung, dass es bei älteren originalen 6 Volt Zündspulen durch die höhere thermische Belastung, beding durch den Einbau der elektronischen Lauberheimer- Zündanlage, zu Ausfällen der Zündspulen kommen kann. Leider liegen Dir ja noch keine praktischen Erfahrungen mit dem Einsatz der neuen Beru ZS215 Zündspulen vor. Vielleicht hat ja ein anderer praktische Erfahrungen damit. Jedenfalls ist es gut zu wissen, dass die Simson-Spulen

    funktionieren.

    Gruß

    Bernhard

  • Hallo Bernhard,

    es ist immer zu verlockend, wenn die Wartburg-Zündspulen auf Messen, wie der Oldtema, für paar Euro rumliegen, da nehme ich immer paar mit. Leider ist der Einsatz der Berus mit einem kleineren Umbau verbunden, da bei diesen Spulen der Hochspannungskontakt anders ausgeführt ist. Ich kann die deshalb nicht einfach umklemmen von AKA auf Beru. Bei mir ist übrigens 12V, vermutlich fließt deshalb etwas weniger Primärstrom.

    Gruß Jens

  • Hallo Jens,

    danke noch einmal für den Tipp, habe mir jetzt für wenig Geld Zündkabelhülen besorgt. Diese an den vorhandenen Zündkabelenden zur Zündspule angebracht ermöglichen einen schnellen Anschluß der Beru-Zündspulen.

    Gruß

    Bernhard

  • Hallo Bernhard,

    die DDR-Spulen haben ja den Schraubdorn, auf den man das Zündkabel aufdreht. Wenn ich das System der Berus richtig verstanden habe, braucht man dafür ja die außen liegenden Kontaktklemmen. Die gibt es auch mit Schraube, wobei ich da nicht so ein gutes Gefühl habe, ob das auch hält. Solide ist es wohl eher mit den Lötkontaktklemmen. Wenn ich die dann aber anbringe, kann ich nicht einfach wieder auf DDR-Spulen zurück rüsten. Oder habe ich da einen Denkfehler?

    Gruß Jens

  • Hallo Jens,

    da hast Du ganz sicher keinen Denkfehler. Es dürfte aber vermutlich keinen Unterschied machen, ob Du das Zündkabel direkt auf das Steckgewinde der Zündspule aufdrehst oder ob Du das Zündkabel auf das Steckgewinde der Zündkabelhülse aufdrehst und diese dann mit der Zündspule verbindest. In beider Fällen besteht ja eine direkte Verbindung. Falls die Zündkabelhülsen nicht verlötet werden lässt sich die Umrüstung in den alten Zustand ja mit wenigen Handgriffen wieder herstellen.

    Gruß

    Bernhard

  • Hallo, habe auch sehr grosse Probleme mit den Zündspulen bei der Laubersheimer Zündung gehabt.Auf 12 Volt umgebaut und original neue 12 Volt Munga Zündspulen genommen.Die sind mir der Reihe nach ausgelaufen.Leider gar keine Hilfe von Laubersheimer. Der "Gott" weiß alles(besser) Leider kannte er nicht die Fehler Ursache und schon gar nicht die Worte Zufriedenheit des Kunden geschweige Kulanz. Eine vertauschte alte Zündplatte hat bei mir riesige Probleme und Kosten verursacht.Das nur nebenbei.Das Problem habe ich dann mit 12 Volt Zündspulen für Wartburg Made in Bulgaria gelöst.Diese laufen seit 2 Jahren ohne Probleme.Da hatten die alten Westprodukte versagt

    Liebe Grüße Ralf Müller

  • Hallo DKW-Freunde,

    werde heute die neuen 6 Volt Beru-Zündspulen einbauen, Hoffe das diese den höheren Temperaturen dann standhalten. In einigen Tagen kann ich mehr dazu sagen. Wünsche bis dahin allen eine gute Fahrt.

    Gruß

    Bernhard

  • Nun, diese scheinen mit Öl gefüllt zu sein.

    Öl gefüllte leiten scheinbar die Wärme besser ab.


    Info von Limora:

    https://www.limora.com/de/hochleistungszuendspule-79812.html


    Üblicherweise sind Zündspulen mit Bitumen vergossen. Pertronix bietet zwei Alternativen. So gibt es mit Öl gefüllte Zündspulen, die Wärme sehr gut ableiten und mit Epoxidharz gefüllte, die gegen Vibrationen, wie zum Beispiel im Offroad- oder Sportbereich auftretend, absolut unempfindlich sind.

    In dem Zündspulengehäuse befindet auf der einen Seite ein Eisenkern mit einem dicken Kupferkabel (Primärwicklung) und auf der anderen Seite ist dieser Kern mit einem dünnen Kupferkabel umwickelt (Sekundärwicklung).

    Die Primärwicklung wird mit 12 bis14.7 Volt geschaltet und es entsteht ein Magnetfeld und damit eine Induktionsspannung. Sobald der Zündstrom durch den Zündverteiler wieder unterbrochen wird, bricht das Magnetfeld schlagartig zusammen und erzeugt auf der Sekundärspule für den Bruchteil einer Sekunde eine Induktionsspannung, die bis zu 40.000 Volt betragen kann. An der verbundenen Zündkerze entsteht in diesem Moment ein Hochspannungsüberschlag. Ein neuer Zündfunke ist geboren.

    Zur Kühlung dieses Vorgangs befindet sich in dem Zündspulengehäuse Öl oder Epoxidharz.


    Gruß

    Heinz

  • Hallo Heinz,

    eine interessante Info. Leider gibt die Pertronix-6 V Zündspule aber offensichtlich nicht in der längeren schlanken Form, die in den originalen Halter passen.

    Gruß

    Bernhard

  • Berhard, eine Frage,

    Club Mitglied DKWSP60 hat sich diesen Magnetring genauer angeschaut und

    einen neuen Ring, der nur zwei Magnete beinhaltet gedreht, hättest du Lust

    diesen mal zu testen ?

    Bei diesem Magnetring werden die Zündspulen genauso angesteuert, wie bei der originalen Kontaktzündung.


    Viele Grüße

    Heinz

  • Hallo Heinz,

    wäre ein interessanter Versuch. Damit dürfte das Problem der heißen Zündspulen dann ja behoben sein. Bin gerne bereit den von DKWSP60 optimierten Magnetring versuchsweise zu testen.

    Gruß

    Bernhard

  • Hallo DKW Freunde,

    habe inzwischen die erste längere Fahrt mit den neuen Beru-Zündspulen (bei hochsommerlichen Temperaturen !) hinter mir. Resultat : kein ruckeln mehr während der Fahrt beim Übergang vom Freilauf in den ersten Teillastbereich, auch keine Warmstart-Schwierigkeiten mehr. Allerdings werden auch die neuen Zündspulen noch immer so warm, dass man sie nicht anfassen kann. Hoffe nun, dass die Spulen den hohen Temperaturen auf Dauer standhalten oder noch besser, dass sich der Temperaturanstieg durch die Verwendung eines veränderten Magnetrings bei der Laubersheimer-Zündung verringern ließe (idealer Weise !).

    Gruß

    Bernhard

  • Hier mal eine geplatzte Dkw 12 Volt Zündspule, der zu heiß wurde.

    Das passiert schon mit der normalen Kontakt Zündung.

    Die Zündung war zu lange eingeschaltet, ohne das der Motor lief.

    Die Teerfüllung kochte und brachte das Gehäuse zum platzen.



    Gruß

    Heinz

  • Hallo DKW Gemeinde,

    habe nun endlich den von DKWSP60 angefertigten geänderten Magnetring ( mit nur noch 2 anstatt 3 Impuls-Magneten ) in der neuen Laubersheimer-Zündung getestet. Durch den geänderten Ring verringert sich der jeweilige Schließwinkel von bisher ca. 240 Grad auf ca.160 Grad. ( bei einer Kontakt- gesteuerten Zündanlage werden bekanntlich 140 Grad angestrebt ). Durch den kleineren Schließwinkel werden die Zündspulen eine kürzere Zeit belastet und erwärmen sich dadurch weniger. Die Betriebstemperatur der Zündspulen hat sich merklich verringert, sie werden nun nur noch handwarm. Die Leistungsdaten zeigen keine Veränderung. So sollte es sein, ohne Beeinträchtigung der Funktion der Zündanlage eine Reduzierung der Arbeitstemperatur der Zündspulen.:thumbup:

    Für alle Laubersheimer-Zündanlagen-Betreiber bei denen die Zündspulen ebenfalls zu warm werden, auf jeden Fall eine Empfehlung.

    Gruß

    Bernhard

  • Oldtimerschrauber

    • Hallo liebe Schrauber,

    ..ich habe vor einiger Zeit für meinen F12R eine Kennfeldzündung gebaut und fahre damit schon einige tausend Kilometer ohne Schwierigkeiten. Dabei hatte ich auch das Thema Zündspulen. Ich habe die originalen Zündspulen, die ja für 6Volt ausgelegt sind ohnehin durch 12Volt Typen ersetzen müssen. Zunächst, mit der Kontaktzündung habe ich 3Ohm Zündspulen von Beru verwendet mit dem originalen Kontaktabstand von 0,4 mm und einer Schließzeit 40° entsprechend 33 %. Wichtig hierbei ist die Zeit, die der Unterbrecher geschlossen ist, denn diese Zeit wird umso kürzer je höher die Motordrehzahl ist. Dadurch wird die einzelne Ladezeit der Zündspulen immer kürzer. Der Abstand vom Mittelpunkt des Nocken zum Kontakt beträgt bei meinem F12 16 mm. Das mal 3,14 ∗ 2 ergibt die Strecke die 360° Umfang entsprechen. Das sind 100,532 mm. Jeder der 3 Kontakte ist 1/3 davon geschlossen und 2/3 geöffnet. Heißt 100,532/3 = 33,51 mm. Das wiederum bedeutet, das der Unterbrecher das Kreisdiagramm abgerollt bei 1 Umdrehung des Motors/s 33,51 mm (120°)geschlossen ist und 67,02 mm geöffnet. Bei einer Sekunde ist das einfach zu rechnen Schließzeit demnach 335,1ms geschlossen und 670,2 ms geöffnet. Dreht unser Motor 1000U/min, dann sind das 16,667 U/s. Das wiederum bedeutet, das unsere 33,51 mm schneller durchlaufen werden. Genau 16,667 mal so schnell in nur noch 335,1/16,667 =20,1msec. Dreht unser Motor 5000/min, ist meine Schließzeit nur noch 20,1/5 = 4,02 msec. Wozu der ganze Rechnenquatsch? Unterstellt, das die Maximaldrehzahl des Motors 5000U/min beträgt, muss jede der Zündspulen in 4msec aufgeladen sein. Sprich, eine Zündspule hat einen induktiven Widerstand und einen ohmschen Widerstand. Der Ohmsche steht auf der Spule drauf und ist einfach zu messen, der Induktive ist zu Beginn der Aufladung hoch und sinkt mit steigender Ladung ab und erreicht bei magnetischer Sättigung 0 Ohm, ist die Zündspule also nach 4ms voll gesättigt wirkt nur noch der ohmsche Widerstand dem Ladestrom entgegen. Das heißt das dieser Strom der bei 1000 U/min 20,1ms-4ms= 16ms die Zündspule nur noch nutzlos aufheizt. Das sind bei 12 Volt und 3 Ohm Spulenwiderstand 4 Ampere entsprechend 48Watt/3 = 16Watt Verlustleistung pro Zündspule. Hier liegt der Grund warum die Dinger durchbrennen. Warum ich dann noch die Ladezeit auf das Doppelte anhebe, wie ich gelesen habe, erschließt sich mir nicht. Es verschlimmbessert die Situation. Hier liegt auch der Vorteil einer Kennfeldzündung mit fixem Dwellwert. Bei mir reichen 1.5 ms um die Spulen vollzuladen. Den Rest der Zeit (pro Umdrehung) fließt kein Strom und deshalb bleiben die Dinger auch kalt.


    viele Grüße


    Sonja AUVC 184

    Bild ist 10ms/cm