IFA F8 DATEN UND DOKUMENTE

  • Geschichte

    Bereits 1945 erhielten die Auto Union-Werke mit dem Sonderbefehl Nr. 44 der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) die Möglichkeit, Reparaturaufträge der Besatzungsmacht auszuführen. Im Audi-Werk konzentrierte man sich bei der Wiederaufnahme der Fahrzeugproduktion vorrangig auf die DKW-Fahrzeuge der F-Reihe - somit F8 und F9. Während schon 1947 einige F8 montiert wurden, war man auch damit befaßt, den F9 zur Serienreife zu bringen1. Von 1949 bis 1955 fertigte man den nun IFA DKW F8 genannten Personenkraftwagen im nunmehr unter dem Namen "VEB Kraftfahrzeugwerk Audi Zwickau" firmierenden Werk. Die Karosserien im Holz/Kunstleder-Aufbau lieferte die renommierte Karosseriebaufirma Gläser (später VEB Karosseriewerk Dresden) aus Dresden. Über die gefertigte Gesamtstückzahl gibt die Seite F8-Daten Auskunft.


    1 Vgl. Kirchberg, Peter: Plaste, Blech und Planwirtschaft : die Geschichte des Automobilbaus in der DDR / Peter Kirchberg. - 2. Aufl. - Berlin : Nicolaische Verlagsbuchhandlung, 2001. - 798 S. - Ill., Tab. ISBN 3-87548-0275 Seiten 69 - 73

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  • Technische Daten/Produktionsdaten

    1. Technische Daten

    PKW/Cabrio

    Kombi/Lieferwagen

    1.1. Motor

    Anordnung des Motors

    hinter der Vorderachse

    Leistung (PS) bei U7min

    20 - 3500

    Zylinderanzahl / -anordnung

    2 / quer zur Fahrtrichtung

    Arbeitsweise

    3-Kanal-Zweitakt

    Spülung

    Umkehrspülung

    Kolben

    Flachkolben

    Bohrung

    76 mm

    Hub

    76 mm

    Hubraum

    690 ccm

    Verdichtungsverhältnis

    5,9 : 1

    Kurbelwellen- /Pleuellagerung

    Wälzlager

    Schmierung durch Mischung

    Öl : Kraftstoff = 1 : 25

    Zündung

    Batterie

    Zündfolge

    1. Zyl. rechts; 2. Zyl. links

    Zündeinstellung

    5mm v. OT

    Zündkerzen

    175 T 1x18

    Anlasser

    Dynastart 6V 150W

    Lichtmaschine

    Dynastart 6V 150W

    Batterie

    6V, 70Ah DIN 72311

    Motoraufhängung

    2-Punkt-Gummi

    Kühlung

    Thermosiphon

    Kühlwassermenge

    8 Liter

    Kraftstoffnormverbrauch

    7,4 l / 100km

    Höchstgeschwindigkeit

    85 km/h

    Betriebstemperatur

    80°C

    Vergaser

    Berliner Vergaserfabrik (BVF)

    Typ H 30

    Lufttrichter 25 Ø

    Hauptdüse 105

    Korrekturdüse 175

    Leerlaufdüse 50

    Starterdüse 80

    Startluftdüse 4

    Luftfilter

    Metallgitter-Labyrinth-Trichterfilter, ölbenetzt

    Motornummer

    am Zylinder rechts

    1.2. Getriebe

    Bauart

    Dreigang mit Rückwärtsgang und Freilauf, sperrbar

    Übersetzungen

    1. Gang 3,44

    2. Gang 1,69

    3. Gang 1,00

    R-Gang 4,73

    Achsübersetzung

    6,1

    6,88

    Ausgleichgetriebe

    Stirnraddifferential

    Getriebe-Ölinhalt

    2,25 Liter (1/3 Öl, 2/3 DKMZ-Spezial-Getriebefett)

    Kupplungsdurchmesser

    148 x 92 / 100

    Drucklager

    Kugeldrucklager

    Kraftübertragung

    Frontantriebsgelenke, innen Gummi-, außen Metall-Weitwinkelgelenke

    1.3. Fahrgestell

    Federung

    1 Querblattfeder vorn

    1 Querblattfeder hinten

    Federlänge

    vorn (gestreckt) 974 mm

    hinten (gestreckt) 1158 mm

    Bereifung

    5.00 x 16

    5.25 x 16

    Felgen

    3.25 D x 16

    Räder

    Scheibenräder, vierloch

    Achsen

    vorn: Einzelradaufhängung oben an Querfeder, unten an Querlenker

    hinten: Starrachse mit hochliegender Feder (Schwebeachse)

    Bremsen

    Fußbremse: mechanische Duplex-Vierradbremse

    Handbremse: mechanisch auf Hinterräder

    Fahrgestellschmierung

    Hochdruck-Einzelschmierung (19 Nippel)

    Spurweite

    vorn 1190 mm

    hinten: 1250 mm

    Gesamtlänge

    4000 mm

    Gesamtbreite

    1480 mm

    Gesamthöhe

    1480 mm

    Radstand

    2600 mm

    Bodenfreiheit

    190 mm

    Zulässiger Achsdruck

    vorn 505 kg / 520 kg

    hinten: 615kg / 650 kg

    vorn: 470 kg

    hinten: 820 kg

    Zulässiges Gesamtgewicht

    Limousine/Cabrio-Limousine: 1120 kg

    Luxus-Kabriolett: 1170 kg

    1290 kg

    Gewicht Motor mit Getriebe+Kupplung

    106 kg

    Vorspur ohne Belastung

    2 - 4 mm

    Radsturz der Vorderräder

    2° = 3,5% = 11 mm

    Wendekreisdurchmesser

    ca. 11 m

    Stoßdämpfer

    hydraulische Hebelstoßdämpfer vorn und hinten

    Lenkung

    Zahnstange mit Geradverzahnung

    Rahmen

    Kastenprofilrahmen

    Fahrgestellnummer

    rechts vorn am Rahmen

    Kraftstoffbehälter

    32 Liter

    2. Produktionsdaten

    2.1 Gesamtstückzahl

    Hierbei gibt es keine genauen Informationen, da jede Quelle etwas anderes sagt.

    Nach der Anzahl geordnet ergeben sich folgende Zahlen, die Quellen stehen in Klammern:

    25.028 (Kirchberg: Plaste, Blech und Planwirtschaft, 2001)

    26.254 (V. Tonneau z. Trabant: VEB Sachsenring AWZ, 1988)

    26.267 (Kittler: DDR-Automobilklassiker Band 1, 2002)

    2.2 Jahresproduktion

    1946

    Plan zum Produktionsstart DKW F8 auf Vorkriegsbasis (Lisse, Jürgen: Das Lexikon des Trabant, in: SuperTrabi Heft 35, 2003)

    1947

    Vorstellung DKW-IFA F8 (00001) mit 700ccm auf der Leipziger Messe (Lisse, Jürgen: Das Lexikon des Trabant, in: SuperTrabi Heft 35, 2003)

    1948

    3 Stück bei der SMAD in Karlshorst vorgestellt, Luxus-Cabrio (blechbeplankt) vorgestellt (Lisse, Jürgen: Das Lexikon des Trabant, in: SuperTrabi Heft 35, 2003)

    1949

    525 (Kirchberg: Plaste, Blech und Planwirtschaft, 2001) 527 (Das dicke DDR-Buch, Eulenspiegel Verl., 2002)

    1950

    3.250 (Kirchberg: Plaste, Blech und Planwirtschaft, 2001)

    1951

    3.820 (Kirchberg: Plaste, Blech und Planwirtschaft, 2001)

    1952

    2.361 (Kirchberg: Plaste, Blech und Planwirtschaft, 2001)

    1953

    4.464 (Kirchberg: Plaste, Blech und Planwirtschaft, 2001)

    1954

    5.001 (Kirchberg: Plaste, Blech und Planwirtschaft, 2001)

    1955

    5607 (Kirchberg: Plaste, Blech und Planwirtschaft, 2001)

    1956

    einzelne Luxus-Cabriolets werden parallel zum P70 produziert (Lisse, Jürgen: Das Lexikon des Trabant, in: SuperTrabi Heft 35, 2003)

    1957

    einzelne Luxus-Cabriolets werden parallel zum P70 produziert (Lisse, Jürgen: Das Lexikon des Trabant, in: SuperTrabi Heft 35, 2003)

    bis 1964

    Ersatzkarossenproduktion für IFA F8 Kombi (Lisse, Jürgen: Das Lexikon des Trabant, in: SuperTrabi Heft 35, 2003)

    1965

    offizielle Einstellung der Ersatzteilproduktion für IFA F8 (Lisse, Jürgen: Das Lexikon des Trabant, in: SuperTrabi Heft 35, 2003)

    » 10-Jahresfrist für Ersatzteilbereitstellung nach Produktionsende ist um

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    Typen und Ausführungen

    Die IFA F8 wurden in insgesamt 7 Ausführungen produziert. Diese Ausführungen waren: Limousine, Cabrio-Limousine, Lieferwagen, Kombi, Pritschenwagen, Kabriolett, Export-Kabriolett. Innerhalb dieser Varianten gab es wiederum im Laufe der Jahre eine Reihe von Änderungen, Abweichungen etc. pp. Aufgrund der etwas unklaren Quellenlage und der sehr uneinheitlichen Informationen in der Literatur kann für die Angaben keine Gewähr übernommen werden! Die Preisangaben in DM resultieren aus der (bis zum 30.7.1964) offiziell auch in der DDR so benannten Währung.



    Limousine

    Karosserie: Holz/Kunstleder

    Motorhaube: Blech bzw. Duroplast

    Preis: 8415 DM

    Cabrio-Limousine

    Karosserie: Holz/Kunstleder

    Motorhaube: Blech bzw. Duroplast

    Preis: 8695 DM


    Kabriolett

    Karosserie: Holz/Stahlblech

    Motorhaube: Blech bzw. Duroplast

    Preis: 11.325 DM


    Export-Kabriolett

    Karosserie: Holz/Stahlblech

    Motorhaube: Blech bzw.

    Duroplast

    Preis: 13.420 DM


    Kombi

    Karosserie: Holz/Stahlblech/ Heck in Stabholzaufbau

    Motorhaube: Blech bzw. Duroplast

    Preis: 9400 DM


    Lieferwagen

    Karosserie: Holz/Stahlblech/ Heck in Stabholzaufbau

    Motorhaube: Blech bzw. Duroplast

    Preis: unbekannt


    Pritschenwagen

    Karosserie: Holz/Kunstleder
    Motorhaube: Blech bzw. Duroplast
    Preis: unbekannt

  • Wo befindet sich die Fahrgestellnummer bei den Vorkriegs DKW

    und beim IFA F8

    Die Fahrgestellnummer befindet sich bei :



    DKW P 15

    DKW PS 600

    Oben rechts im ( vor den Vordersitzen ) verlaufenden Holzquerträger.


    DKW 4=8 V 800

    DKW 4=8 V 1000

    DKW Sonderklasse 432

    Links im Holz der Karosseriestirnwand eingeschlagen.


    DKW Schwebeklasse

    Rechts im Holz der Karosseriestirnwand eingeschlagen.



    DKW Sonderklasse 1001 / 1002

    Rechts oben auf dem Stahlträger zur Abstützung von Motor und Getriebe


    DKW Sonderklasse 37

    Auf einem separatem Aluminiumschild, das von oben auf den rechten Fahrgestell- Längsträger genietet wurde.


    DKW F1

    Auf der linken Seite des Fahrgestell-Querträgers neben dem Lenkgetriebe.


    DKW F2

    DKW F4

    DKW F5

    In der Mitte des Fahrgestell-Querträgers zwischen Lenkgetriebe und Batterie ( vor der Karosseriestirnwand ).


    DKW F7

    DKW F8

    Oben im Mittelteil der vorderen Federbrücke.

    Die Nummern beginnen mit dem Typ, also 1 bis 6 der Ausführung, dann die Fortschritts zahl

    18173-federblock-fahrgestellnummer-jpg



    IFA F8 ( ab 1946 )

    Auf der rechten vorderen Rahmenspitze.


    Die Nummer beginnen mit F8 * P ( P= Personenwagen )

    dann kommen die Zahlen,

    Steht dort F8 * L , gehört der Rahmen zu einem Lieferwagen.


    Ersatzrahmen beginnen mit E und haben eine vierstellige Nummer ( Polizei Nummer ). Die Polizei Nummer setzt sich zusammen

    aus Zustellung und Ausstellungsdatum

    stehen 5 , ( ist es die ehemalige ifa Nummer ) oder 6 stellig ( die ehemalige DKW Nummer ohne der ersten Typ Nummer )


    bis 1967 wurden noch IFA F8 aus Regalteilen aufgebaut.


    Detailiert nachzulesen bei: Thomas Erdmann "DKW Automobile" F4 bis F8

    und: Jürgen Lisse "Fahrzeug Lexikon Trabant" IFA F8

  • In diesem Ratgeber werden die Elektro-Anlagen der Vorkiegs DKW´s beschrieben, Insbesondere die Funktion der Dynastart-Anlage .

    Die Vorkriegs Fahrzeuge waren " Plusgeregelt" , die Nachkriegs Fahrzeuge IFA F8, P70, F89 P+L "Minusgeregelt ".



    01_DKW Elektro-Ratgeber.pdf


    18516-01-dkw-elektro-ratgeber-01-jpg



    weiter gehts :

    Der Dynastart, das unbekannte Wesen






  • AUVC100

    Hat das Thema geschlossen
  • Umbau Plus auf Minus Regelung


    Nach dem Krieg, war das Problem umgekehrt, die Original 6 Volt Regler Patronen gab es nicht mehr, also wurden die Anlagen auf Minus Regelung umgebaut.

    Jetzt konnte man auch einen 6 Volt Käfer Regler verwenden


    Hier ein Beitrag von joachim


    Die Original Anleitung von Bosch , Umbau Plus regelung auf Minus regelung.


    ( Anmerkung: um die Anlage mit 12 Volt zu betreiben, ist es sinnvoll wieder auf Plusregelung und den starken IFA 500 Watt Regler zu verwenden wie Tom sagt, die Kontakte sind unkaputtbar ). AUVC100


    21103-dynastart-001-jpg21105-dynastart-002-jpg


    21104-dynastart-002-a-jpg


    AUVC100:

    Nach dem Umbau: Das ist eine DKW Dynastart Anlage von 1937, bei den Ifa F8 Anlagen ab 1948 fehlt der Regelwiderstand, auf der ersten Feldspule,

    dieser war bei den IFA immer im Regler verbaut. ( mit Widerstand = DKW , ohne = IFA ).


    21107-dynastart-vorkrieg-b-jpg




    21109-klemmenbezeichnung-jpg

  • DOKU DACHBESPANNUNG

    vom Benutzer Ef Acht


    Zitat

    Als Unterbahn, damit das Kunstleder beim Bespannen besser auf dem Holz rutscht, kommt eine simple Decke zum Einsatz. Sie wird genau entlang der künftigen Nagelleiste getackert. Der erste Versuch das Kunstleder auf dem Dach anzupassen. Wohin nur mit den Falten ?


    Zitat

    Dann entlang der Nagelleiste im Abstand von ca 10 cm Nagelspieße eingeschlagen. Das sind Nägel 1mm x 40mm deren Köpfe dann schräg abgeklipst werden. Jetzt entlang der Nagelleiste unterhalb des Heckfensters das Kunstleder Nageln. Nun seitlich über den Rundungen das Leder strammziehen und über die Spieße drücken.

    Zitat

    Die Falten dann mit einer Feststellzange mit breiterer Aufnahme einzeln kräftig nach unten ziehen. Den Spieß dabei herausziehen und nach Straffung durch einen Nagel ersetzen. Nägel erstmal nicht ganz einschlagen denn diese Prozedur muß unzählig oft wiederholt werden. Nagel raus, Falte ziehen, Nagel rein. Bis alles nahezu Faltenlos ist sitzen die Nägel dann Kopf an Kopf.

    Zitat

    Andere Seite, selbe Prozedur. Nicht Vergessen in der Längstachse das Leder mit einem Gewicht vorzuspannen.

    Zitat

    Jetzt das Leder in die Frontscheibenöffnung spannen und Nageln. Dann die Ecken zur A-Säule passend zur Nut falten und rechts und links Nageln. Im Nutbereich darf Wasserfest geklebt und abgedichtet werden.

    Zitat

    Der Alufensterrahmen kann nun mitsamt der Frontscheibe Wasserdicht eingeklebt werden. ( Caravan- Dichtsilikon schwarz )

    Zitat

    Leder im Heckfensterausschnitt Sternförmig einschneiden und bis am Metallfalz erst Tackern und dann Nageln. Alle Nagelköpfe und Tackerklammern habe ich dann mit BRANTHO KORRUX 3in1 versiegelt.

    Zitat

    Unterhalb der Nagelleiste kann das überschüssige Leder jetzt abgeschnitten werden. Die Zierleisten entlang der Nagelleiste aufschlagen, fertig.

    Das Kunstleder, meine Bezugsquelle habe ich bei Links bekanntgegeben, hat eine schlecht dehnbare Leinenkaschierung, so daß eine Bespannung wie in dem DKW Video aus den 30gern schwer gelingt