DDR Regler 12V minusgeregelt

  • Hi,


    Achte bitte beim P70 auf :


    Wenn die beiden Drähte vertauscht werden, Funktioniert nur nichts aber es geht auch nichts kaputt. Das wäre dann die Schaltung für den P70 der die entgegengesetzte Drehrichtung hat. Der Regler ist in diesem Falle auch der Selbe“


    Das mit der Drehrichtung hat schon viele zum Verzweifeln gebracht.


    Gruß Tom

  • Ich bin der Meinung, die Dyna bringt auf 12 Volt auch die doppelte Leistung, also bis zu 260 Watt (ohne kaputt zu gehen).

    Grund: Einfach, weil ich glaube, dass die Dyna im P70 nicht irgendwie verstärkt wurde und der Stromfluss die Überlastungsgrenze der Dynaanlage bestimmt (und sogut wie garnicht die Spannung, deshalb wählt man Leitungsquerschnitte ja auch nach Stromstärke aus).

    Und bei doppelter Spannung und gleicher max. Stromstärke ist die Leistung dann auch in etwa verdoppelt. Zumal der Regler ja auch auf eine Leistung von bis zu 500 Watt abgestimmt ist, also wahrscheinlich die Regelspannung über DF erst bei entsprechender Belastung runterdrehen wird, sodass sich dann auch die Ausgangsspannung (zur Reduktion der Leistung) unter Soll zurückfährt.

    Grundsätzlich sind ja auch die Leistungsangaben bei Gleichstromlichtmaschinen nicht in Stein gemeißelt, sondern Nenn-Angaben, um Überlastungen auszuschließen. Würde der Regler DF nicht zurückfahren bei entsprechender Stromentnahme, dann würde die Lichtmaschine die Soll-Spannung auch bei fast beliebig hoher Last erreichen können (bis sie eben überhitzt). Drehstromlichtmaschinen hingegen schützen sich selbst vor Überlastungen, auch wenn DF ständig voll anliegen würde. Da ist es nur die maximale Drehzahl, die diese zerstören können.


    Nachgemessen habe ich es aber nie, zumal mein Effi sich mit 6 Volt begnügt (das geht bei mir trotz neuer Garnitur und P70 Zylinderkopf, seit dem ich auf 40 mm² Kabelquerschnitt umgerüstet habe - lediglich bei Minusgraden fehlt es an Durchzugsvermögen und der Startvorgang wird dann ziemlich langwierig ;-) ).


    Man müsste mal eine relativ leere Batterie ins mit 12 Volt und 500 Watt Regler ausgerüstete Auto tun und dann Spannung und Strom nachmessen. Es würde mich garnicht wundern, wenn die Dyna selbst bei >30A Stromentnahme noch an den ~13 Volt kratzt (das wären dann >300 Watt!). Da der Strom bei intakter Batterie selbst dann aber nach spätestens 5 Minuten schon zurückgeht, überlastet das die Dyna wohl nicht wirklich. Gefährlich wird es dann, wenn es dauerhaft zu viele Verbraucher sind, die ständig hohe Ströme abverlangen würden.

  • Hi,


    Nein.
    Das Funktioniert nicht so. Wenn die Spannung durch 12V erhöht wird, sinkt der durchfließende Strom entsprechend. ( wie bei einer Waage ) . Der Leitungsquerschnitt der Kabel kann ebenfalls verringert werden.

    Elektrische Leistung ist Spannung mal Strom. (U•I) und diese wird nicht nennenswert Verändert.

    Der zum Einsatz kommende Regler (500W) ist nur wegen seiner Robustheit/Verfügbarkeit da.


    Beispiel: die Beleuchtung 2 mal 45W Scheinwerfer vorn (90W) und 2 mal 5W hinten (10W) plus ca 15W Zündung, macht schon mal 115W ! Da bleibt selbst bei 12 V nicht allzu Viel Strom für die Batterie übrig.


    Also: die Energiebilanz sieht nach wie vor „nicht gerade Berauschend“ aus.

    Gruß Tom

  • In der Beruf-schule habe ich mal gelernt, das doppelte Spannung bei gleichem Widerstand gleich vierfache Leistung ist.

    Das ist zwar schon 50 Jahre her, aber am Ohmschen Gesetz hat sich nichts verändert.

    Also 130 Watt bei 6 Volt , bei gleichen Widerstand, werden 520 Watt bei 12 Volt.

    Bei 12 Volt macht der 500 Watt Regler sinn.

    Dieser wird aber nur wegen des unveränderten Widerstandes der DF Spule gebraucht. Hier fließt nun der doppelte Strom.

    Bei einem kleinem Regler würden die Kontakte abbrennen.

    Wenn wir alle Verbraucher , Lampen. Scheibenwischer, Zündspulen, auf 12 Volt umgerüstet haben, reichen die 130 Watt der Lichtmaschine.


    Gruß Heinz

  • Moment, wir müssen unterscheiden zwischen abgerufener Leistung und maximaler (verfügbarer) Leistung, ohne dass die LuMa kaputt geht. Die 130W beziehen sich dabei ja auf die angegebene maximale Leistung der LuMa


    Die maximale Leistung ist bei einer Dynamolichtmaschine immer diejenige, die ich durch die Last (=Widerstand) abrufe bei einer definierten eingeregelten Spannung. Wenn ich also z. B. einen niedrigen Widerstand von 2 Ohm anhängen würde und die Maschine auf 14 Volt einreguliere, dann rufe ich in diesem Fall 98 Watt Leistung ab bei 7 A (P=U*I |I = U/R >> P=U*(U/R)).

    Wenn ich denselben Widerstand von 2 Ohm an 7 Volt regulierter LuMa anhänge, dann komme ich nur noch auf 24,5 Watt bei nur noch 3,5A, also nur noch ein Viertel der Leistung. Insoweit hat AUVC100 vollkommen recht.


    Aber andersherum betrachtet, wenn wir über die Maximalleistung sprechen: Ich sagte ja, dass die Maximalleistung eigentlich nur von dem maximalen Stromfluss abhängt, da zuviel Stromfluss die Lima kaputt macht. Zuviel Spannung macht hingegen unmittelbar nichts aus (mittelbar durch den damit steigenden Strom bei gleichbleibenden Verbraucher dann aber schon, siehe Absatz 2). Die Dynastart des F8 verträgt offensichtlich maximal ~18A Strom (130 Watt geteilt durch ~7,2 Volt Spannung), danach wird die Belastung in den Wicklungen oder Lötpunkten auf Dauer zu hoch. Sonst hätte der Hersteller die LuMa für mehr Leistung freigegeben. Wenn ich nun aber dieselbe Dynastart mit 12 Volt betreibe, dann verträgt diese aber aus genannten Gründen immer noch max. ~18 A. Daher komme ich auf ~250 Watt Leistung bei 14 Volt Spannung, also das doppelte. Das deckt sich auch mit der Angabe für den P70, wo dieselbe Dyna mit 12 Volt betrieben wird.


    Der angesprochene Regler würde trotz alledem die Dyna höchstwahrscheinlich bis 500 Watt kitzeln (=überlasten), bevor er die Spannung ausreichend abregelt. PS: Das machen mechanische Regler z. B. entweder als Knickregelung oder nachgiebig Regelung. Der 500 Watt Regler ist meines Wissens nachgiebig, er reduziert also die Spannung mit zunehmender Last kontinuierlich, bis bei ca. 500 Watt Entnahme die abgebebene Spannung annähernd auf Batterieniveau sinkt. Ein Knickregler wäre hier besser, denn er würde die Spannung konstant halten, bis die Nennleistung fast erreicht ist, und dann schnell abknicken. Damit sind dann auch dauerhaft Beleuchtungsfahrten möglich mit trotzdem gut geladener Batterie im Winterbetrieb. Für uns aber weniger relevant.


    Nun zum F8 speziell, auf 12 Volt umgerüstet: Da die elektrische Anlage mit ihren Verbrauchern so ausgelegt ist, dass wir mit 130 Watt gut hinkommen, wird sich das bei 12 Volt natürlich nicht verändern. Denn Leuchtmittel usw. wechseln wir bei Umbau ja auch, und verändern damit den Widerstand (die Last) und damit den Strombedarf (was wiederrum dünnere Leitungsquerschnitte erlaubt). Die Leistungsaufnahme in Summe bleibt ja aber gleich (wir tauschen beispielsweise ein 6 Volt 35 Watt Leuchtmittel gegen ein 12 Volt 35 Watt Leuchtmittel). Das Produkt aus Strom und Spannung bleibt damit also konstant (wie gesagt, wenn die Leuchtmittel usw. dieselbe Leistung haben, wie bisher, aber eben für 12 Volt ausgelegt sind).
    Und genau deshalb kommen die meisten Dynas auch mit dem 500 Watt Regler gut zurecht, weil vom Bedarf bei einer leistungsmäßig originalen Anlage garnicht so viel auf Dauer abgerufen werden wird (außer, die Batterie ist quasi tiefentladen, dann zieht er höchstwahrscheinlich sogar bis 500 Watt auch aus unserer Dynastart, die ursprünglich mit 130 Watt angegeben war [bzw. eben das, was die Dyna je nach Drehzahl noch in der Lage ist]; und das könnte theoretisch zur Zerstörung derselbigen führen aufgrund der hohen Ströme; Wer sich die Ladeströme aber mal angeschaut hat, sieht, dass auch bei entladener Batterie bereits nach wenigen Minuten der Ladestrom auf ein Bruchteil sinkt [vielleicht noch 10-15 A statt >40 A zu Beginn]).


    Deshalb mein Fazit: Ein 500 Watt Regler geht zwar in der (Oldtimer-)Praxis, besser wäre aber natürlich ein 250 Watt Regler. Und diese 250 Watt könnte ich durch Aufrüstung der Anlage dann auch bedenkenlos abrufen (Zusatzscheinwerfer oder was auch immer). Wenn ich aber bei dem 500 Watt Regler bleibe, dann würde ich für meinen Teil eine entsprechende Maschinensicherung bis max. 20 A zur Batterie hin einbauen, die im Notfall dann die Ladung unterbricht, und weiterhin würde ich immer für eine ausreichend geladene Batterie sorgen (extern laden).

  • Hi Jenson,


    Das mit dem kleineren Regler >300W haben wir durch ! Dieser hält bestenfalls ein paar Tage bevor er Abbrennt. Scheinbar vertragen diese Regler nicht das Startmoment. Daher der 500W.

    Aber auch nach dem 12V Umbau muß die Batterie gelegentlich extern Nachgeladen werden, da man für jeden Start ca 20Km fahren müßte um die Startenergie zu Kompensieren.


    —die Energiebilanz ist nunmal nicht gerade Berauschend, aber man kann damit Leben—-

    Gruß Tom

  • Hallo,

    ich habe aber das Problem mit der Minusreglung beim P70.

    Mein alter KfZ-Elektriker kann sich wage daran erinnern,daß

    bei den DDR-12V Reglern nicht nur der 250er sondern auch die

    300W alle minus geregelt waren.Kann das jemand bestätigen?

    300W DDR-Regler bekommt man ja auch noch preiswert.


    Gruß Lothar

  • Das mit dem kleineren Regler >300W haben wir durch ! Dieser hält bestenfalls ein paar Tage bevor er Abbrennt. Scheinbar vertragen diese Regler nicht das Startmoment.

    Tja, am Ende entscheidet natürlich die praktische Erfahrung ;-)

    Am besten wäre wohl der P70 Regler mit 250 Watt, der ja auf die Dynastart und die Startdrehzahl abgestimmt ist.

    Ich vermute aus dem Blauen heraus, dass bei den abrauchenden Reglern der Rückstromschalter bei Anlassdrehzahl schon schließt und die Lima bzw. der Regler die ganze Last des Anlassenstroms abbekommt, was die Rückstromspule auch übel nehmen wird. Bei 12 Volt dreht die Dyna ja doch sehr zügig.


    Wenn das so ist, könnte man den Rückstromschalter evtl. so justieren, dass dieser erst später (höhere Drehzahl) schließt. Vielleicht hilft das. Oder man unterbricht DF oder D+ während des Anlassvorgangs, da müsste man was basteln. Aber da ich bei 6 Volt bleibe fehlt mir dafür eben die praktische Erfahrung :-P


    @Lothar suche auch mal bei dkw-f5.de, da gibt's viele praktische Tipps für den 12 Volt Betrieb. Dort findest du auch Hinweise zu funktionierenden Reglern, wenn mich nicht alles täuscht