Kühlung

  • Hallo,

    ich taste mich bei den Erfahrungen mit dem P70 weiter vor. Kupplung quietscht noch aber funktioniert, sodass ich dieses Problem nach hinten geschoben habe. Ich werde aber bei Gelegenheit andere Reibscheiben einbauen.

    Leider fehlt es mir an Erfahrungen beim Zweizylinder und ich kann deshalb das Kühlverhalten nicht wirklich einschätzen. Ich denke aber, dass es mal funktioniert haben muss, als die Autos neu verkauft wurden. Nach den ersten Fahrten im letzten Jahr und dem sich abzeichnenden Kühlproblem habe ich ein neues Netz in den Kühler einlöten lassen. Außerdem habe ich den Zylinder mit Zitronensäure gereinigt und auch mechanisch alles soweit entfernt, wie es ging. Schon im Rahmen der Restaurierung hatte ich einen einfachen China-Lüfter hinter dem Kühler angebracht, der bei 95 Grad einschaltet.

    Gestern bin ich nun eine größere Runde gefahren. Als es deutlich bergauf ging, zeigte mein Thermometer dann 100 Grad an und der Lüfter lief. Die Temperatur ging dann erst wieder zurück, als ich wieder auf der Ebene war. Nun waren es gestern vielleicht 20 Grad Außentemperatur und vermutlich wird es diesen Sommer noch höhere Temperaturen geben. Was kann ich noch tun? Sollte ich die Lüfterleistung erhöhen? Allerdings passiert das Temperaturproblem ja bei 40-50km/h , wo einiges an Fahrtwind da ist und die Lüfterleistung wahrscheinlich noch nicht die Rolle spielt. Hatte den eher für den Stand gedacht. Was meint ihr?

    Hier mal noch die Angaben vom Lüfter:

    - Flügeldurchmesser 190mm

    - saugend

    - Fördervolumen 730cbm/h

    Gruß Jens

  • Hallo,

    Das weißt Du wahrscheinlich schon: Reines Wasser hat 17% mehr Kühlfähigkeit als Frostschutzlösung. Und: Die wirklich maximale Wassermenge sollte drin sein; ein halber Liter mehr oder weniger hat schon erhebliche Wirlung. Und noch: Alles, was dem kühlenden Lufteintritt irgendwie im Weg ist, so weit wie möglich beseitigen.

    Viel Glück und besten Gruß,

    Oldimat

  • Hallo jebi. Nach meiner Erfahrung reicht es nicht den Zylinder usw. mit Zitronensäure auszubeitzen. Ich verwende hierfür immer Salzsäure. Muss natürlich unter Aufsicht passieren damit die Aluteile nicht zu stark angegriffen werden. Hinterher muss mit Natronlauge neutralisiert werden (Kontrolle mit Lackmuspapier) . Damit habe ich alle Rückstände entfernen können. Ich habe bei meinem Fahrzeug nach dieser Behandlung eher zu wenig Temperatur im Motor auch bei sehr hohen Aussentemperaturen. Es grüßt der Eumel

  • Hallo,

    Das weißt Du wahrscheinlich schon: Reines Wasser hat 17% mehr Kühlfähigkeit als Frostschutzlösung. Und: Die wirklich maximale Wassermenge sollte drin sein; ein halber Liter mehr oder weniger hat schon erhebliche Wirlung. Und noch: Alles, was dem kühlenden Lufteintritt irgendwie im Weg ist, so weit wie möglich beseitigen.

    Viel Glück und besten Gruß,

    Oldimat

    Hallo Oldimat,

    ja, das weiß ich. Aber was ist die Alternative dazu, nur mit Wasser fahren? Das war mit der Grund meiner Frage.

    Gruß Jens

  • Hallo jebi. Nach meiner Erfahrung reicht es nicht den Zylinder usw. mit Zitronensäure auszubeitzen. Ich verwende hierfür immer Salzsäure. Muss natürlich unter Aufsicht passieren damit die Aluteile nicht zu stark angegriffen werden. Hinterher muss mit Natronlauge neutralisiert werden (Kontrolle mit Lackmuspapier) . Damit habe ich alle Rückstände entfernen können. Ich habe bei meinem Fahrzeug nach dieser Behandlung eher zu wenig Temperatur im Motor auch bei sehr hohen Aussentemperaturen. Es grüßt der Eumel

    Hallo Eumel,

    danke. Ich hatte das nur mit dem Zylinder gemacht, der Kopf sah sauber aus. Auch im Zylinder habe ich die Gußoberfläche innen gesehen, man kann da ja gut reinblicken. Tja, wenn es keine andere Lösung gibt, muss der Block wieder runter;(

    Gruß Jens

  • Hallo Jenson,


    das ist interessant. Ich kenne natürlich die Seiten von Johannes Herold. Beim F12 hatte ich seit der Restauration eine elektrische Pumpe im Einsatz. Da sie im Hauptstrom war, lief sie permanent. Trotz des geringen Stromverbrauchs hat es letztlich nicht gereicht und ich hatte immer mal wieder Problem, dass die Batterie leer ging. Da es beim F12 eine Alternative gibt, konnte ich nun auf eine mechanische Pumpe wechseln.

    Bei Dauerbetrieb hätte ich ziemliche Bedenken, bezüglich des Stromverbrauchs beim Zweizylinder. Wie ist das bei dir, läuft sie ständig oder nur kurzzeitig? Das Thermosyphonprinzip müsste doch ziemlich gestört werden durch diese Barriere in einem der Rückflüsse vom Kühler.


    Gruß Jens

  • Hallo Jens,

    ich fahre ja den 2 Zylinder im Schnelllaster. Hier ist der Kühler höher verbaut und hat ein größeres Gefälle. Bei mir habe ich ein 3-reihiges Netz ("Tropenkühler") verbauen lassen. Ich habe 2 Ventilatoren (Leistung?) hinter dem Kühler, die ich manuell dazu schalten kann. Ich habe es bisher nur im Stau oder bei Langsamfahrt gebraucht.

    Grundsätzlich sollte der Kühler so hoch wie möglich montiert werden, umso grösser ist das Gefälle. Du kannst den Kühler mit Gummiplatten auf die max. Höhe bringen. Der Kühlergrill (Frontblech) sollte auch soweit wie möglich aufgebogen sein, um max. Luftfluss zu ermöglichen. Auch mit einem etwas fetter gestellten Leerlaufgemisch kannst Du die Temperatur etwas drücken.

    Viele Grüße

    Ulf

  • Hallo Ulf,

    vielen Dank. Leider bin ich da beim P70 eingeschränkt. Durch den Kühlerkasten läuft die Schaltstange, sodass ich da nicht höher gehen kann. Lamellen hat der nicht, nur ein grobes Netz.

    Gruß Jens

  • Hallo,


    die Pumpe, die ich im Einsatz habe, ist diese hier: https://www.amazon.de/gp/produ…tle_o03_s00?ie=UTF8&psc=1

    Bei 6 Volt verbraucht diese ~10 Watt. Sie ist seit 2016 im Einsatz und ca. läuft seit über 2000 Km ohne Probleme (womit ich ehrlichgesagt nicht gerechnet hatte).

    Ich kann diese entweder manuell über einen Schalter zuschalten oder bei ~ >85° C schaltet ein Thermoschalter (ich glaube aus dem VW Haus?) diese zu. Eine gelbe Kontrollleuchte signalisiert mir, ob diese gerade läuft.


    Wegen der Leistungsentnahme: Mein Bord-Spannungsmesser zeigt in dem Moment, sobald der Motor entsprechend heiß ist, bereits eine recht hohe Spannung von über 7,4 Volt an - also die Batterie ist dann schon wieder fast voll geladen.

    Sobald die Pumpe (und parallel auch ein kleiner saugender Lüfter) eingeschalten sind, sinkt die Bordspannung dann auf ca. 7 Volt. Es reicht also zu, die Batterie geladen zu halten. Davon abgesehen lade ich wegen der Standzeiten zwischen den Fahrten oder über den Winter sowieso regelmäßig extern auf.


    Ich glaube weiterhin, die Querschnittsverengung im Rücklauf zum Motor ist praktisch bedeutungslos. Johannes Herold hat es ja auch so beobachtet, dass da kaum Unterschiede zu finden sind. Bei Außentemperaturen von weniger als 20°C muss ich dann auch schon eine ganze Weile (bergauf) fahren, bis der Motor 85°C erreicht. Das Thermosyphonprinzip arbeitet also weiterhin hinreichend gut.

    Im Hochsommer hingegen läuft meine Zusatzkühlung fast permanent, es sei denn, es geht bergab. Aber die Temperatur erreicht trotzdem niemals die 100er Marke und steigt nur sehr selten mal bis auf ~92°C. Und das trotz Kühlmittel im Einsatz (-20°C). Also auch bei größeren sommerlichen Ausfahrten, die mehrere Stunden dauerten, gab es bisher keine Probleme.


    Da die Konstruktion einfach ein- und ausbaubar ist, und auch relativ billig, würde ich dir empfehlen, es einfach auszuprobieren.

  • Hallo Jenson,

    vielen Dank, das ist sehr interessant. Ich habe ja noch zwei dieser Pumpen aus deinem Link liegen, die mal beim F12 im Einsatz waren. Da ich ja sowieso den Thermoschalter vom Lüfter habe, ist die schnell eingesetzt. Muss nur Schlauchanschlüsse von 32 auf 20 mm finden. Das dürften doch bei dir auch von 32 auf 20 gewesen sein. Hast du dafür einen Schlauchanschluss gefunden?

    Gruß Jens

  • Hallo Jenson,

    vielen Dank, das ist sehr interessant. Ich habe ja noch zwei dieser Pumpen aus deinem Link liegen, die mal beim F12 im Einsatz waren. Da ich ja sowieso den Thermoschalter vom Lüfter habe, ist die schnell eingesetzt. Muss nur Schlauchanschlüsse von 32 auf 20 mm finden. Das dürften doch bei dir auch von 32 auf 20 gewesen sein. Hast du dafür einen Schlauchanschluss gefunden?

    Gruß Jens

    Hab was gefunden, liegt schon einbaufertig da. Muss nur noch das Wasser ablassen und Kabel basteln. Ich werde berichten:)

  • Hallo,

    Ja, ich meine, wir sollten mit unseren problematischen Termosyphonkühlungen im Sommer mit reinem Wasser (d.h. ohne Frostschutzmittel) fahren, am besten Regenwasser oder destilliertes Wasser wegen der Kalkablagerungen. Und ich finde es auch nicht schlimm, wenn wir bei Temperaturen über 25° C etwas aufpassen und z.B. auf der Autobahn ( mit den Dreizylinder- Wagen) statt 90-100 km/h nur 80 km/h fahren müssen. Auch bei langen Steigungen müssen wir uns dann halt ein bißchen zurücknehmen.

    Ansonsten bin ich beeindruckt von den hier gemachten Vorschlägen zum Entkalken und zur Zirkulationspumpe.

    Besten Gruß,

    Oldimat

  • Hallo,

    hier nun der Bericht von der Fahrt mit Pumpe. Ich kann Jenson's Erfahrungen bestätigen. Ich bin die selbe Strecke wie gestern bei nahezu gleichen Außentemperaturen gefahren. Ich habe die Pumpe parallel zum Lüfter geklemmt. Dieser wird über einen Thermoschalter bei 95 Grad eingeschaltet.

    Die Temperatur geht schon etwas schneller hoch als gestern aber bei weitem nicht so stark wie befürchtet. Wenn der Punkt erreicht ist, dann hatte bisher das Zuschalten nur vom Lüfter kaum Abhilfe geschaffen. Nun schnellt der Zeiger regelrecht zurück, sobald die Pumpe läuft. Sie läuft damit nur wenige Sekunden, dann ist die Ausschalttemperatur erreicht.

    Bis jetzt ist dieser Einbau ein voller Erfolg. Allerdings schaltet mein Schalter wohl mit 95 Grad etwas zu spät und es besteht die Gefahr, dass ich Wasser verliere. Ich werde dann vielleicht einen mit geringerer Einschalttemperatur wählen. Auch frage ich mich, ob ich den Lüfter vielleicht weglassen sollte. Bin nicht sicher, ob der während der Fahrt tatsächlich was bringt aber er reduziert sicher etwas die Durchströmung des Kühlers. Leider ist ab morgen Wetterwechsel hier vorhergesagt, sodass ich keinen Test ohne Lüfter bei vergleichbaren Umgebungsbedingungen machen kann.

    Oldimat , die Idee mit dem Wasser bleibt noch als weitere Maßnahme. Ich würde mich besser fühlen, wenn es die korrosionshemmenden Inhalte, die angeblich im Frostschutzmittel sind, auch separat gäbe, ohne Frostschutz.

    Gruß Jens

  • Guten Tag,

    so wie Jens das Problem beschrieben hat, liegt es daran, daß der Kühler seine Wärme vom Wasser nicht an die Luft abgeben kann in dem Maße, wie es erforderlich wäre.

    Ich würde den Motorblock nicht anfassen (Entkalken etc.), da der Motorblock die Wärme in ausreichenden Maße an das Wasser abgeben kann. Wenn doch, dann aber erst als allerletzte Option.

    Gemäß Beschreibung hat der Kühler ein neues Netz bekommen. Normalerweise sollte danach die Kühlwassertemperatur keine Probleme mehr bereiten. ABER: Die heutigen Netze sind für Zwangsumlaufkühlung (Pumpenkühlung) dimensioniert. Im Klartext: Die einzelnen wasserführenden Röhrchen haben (oft) einen kleineren Durchmesser als die Röhren für die Thermosiphonkühlung. Obwohl aufgrund der höheren Anzahl der Röhrchen der Gesamtdurchflußquerschnitt größer ist als früher, ist dennoch der Strömungswiderstand größer als bei größeren Röhren. Dies führt dazu, daß die Umlaufgeschwindigkeit des Kühlwasser bei der Schwerkraftkühlung gegenüber früher kleiner wird, so daß das Wasser sich im Motorblock mehr aufheizen kann - was dann wieder zu Wärmeproblemen im Motor selbst führt. In so einem Fall ist ein leistungsfähiger Lüfter nicht unbedingt die optimale Lösung, da nur die Temperaturdifferenz zwischen einströmenden und vom Motor wegströmenden Wasser vergrößert wird, aber nicht die Umlaufgeschwindigkeit des Wasser selbst signifikant erhöht wird.

    Mir kommt gerade noch ein "ketzerischer" Gedanke:

    Stichwort Temperaturanzeige: Die angezeigten 100 Grad sind "echte" 100 Grad? Nicht, daß die tatsächliche Temperatur niedriger ist als die angezeigte.

    Temperaturverhalten: Mein F8 erreicht in der Ebene bei 70 bis 80 km/h Geschwindigkeit eine Kühlwassertemperatur von knapp 90 Grad bei einer Außentemperatur von etwas über 20 Grad. Das Kühlwasser hat einen Frostschutzanteil von 50 % (Mischungsverhältnis1:1). Tatsächlich schwankt die Temperatur zwischen 75 Grad, wenn ich z.B. den Wagen in eine Ortschaft hineinrollen lasse und knapp über 100 im stockenden Berufsverkehr - aber dann wird auch mir warm und ich suche die Lücke am Rand zum Halten, um den Motor bei aufgeklappter Haube wieder abkühlen zu lassen. Die Zeit muß ich mir bei dieser Technik halt dazu eben nehmen - oder vorher überlegen, ob Zeitpunkt und Strecke anders zu planen sind (War auch so ein Lerneffekt.).


    Grundsätzlich gilt aber: Das Ganze hat damals zur (damaligen) Zufriedenheit funktioniert - also sollte es dies auch heute noch tun.


    Liebe Grüße,

    Frank

  • DKW/IFA F8 Der Verdacht ist mir auch schon gekommen. Der Kühlerbauer wusste, dass es sich um Schwerkraftkühlung handelt und ich habe mich da verlassen.
    F8Eumel Sicher, dass das Zeug Resost heißt? Kann im Netz nichts finden🤔


    Gruß Jens

  • Hallo Jens,


    ich habe mir für den Sommerbetrieb "Red Line Water Wetter" gekauft, um es mal zu testen. Das soll ja angeblich dabei helfen, die Temperatur zu senken.


    Vielleicht wäre das ja auch eine Idee für dich.


    Beste Grüße

    Dennis