Patschen/Fehlzündung während der Fahrt beim Zweizylinder

  • Hallo,

    hab mal wieder ein Problemchen mit meinem Patienten. Bei einer kleinen Überführung heute morgen hatte er starkes Patschen oder Fehlzündungen. Ich hatte das bei früheren Fahrten immer nur mal kurz und habe das mit Wassertröpfchen abgetan. Das Ganze trat nur auf, wenn ich stärker Gas gegeben habe, bei Halbgas war nichts und im Stand lief er auch normal. Verbaut ist eine Elektronikzündung, die sich ja eigentlich nicht verstellen sollte. Zündzeitpunkt habe ich noch nicht geprüft, da es erst eben aufgetreten ist. Kennt jemand das Phänomen?

    Gruß Jens

  • Moin Jens,

    bei mir war es so: wenn Vergaser, Zündspulen, Zündung und Kerzen in Ordnung sind und die Ladekontrolllampe aus ist, hatte ich das auch schon mal. Da ich einen Volt- und Amperemeter sowie Drehzahlmesser installiert habe konnte ich feststellen, das nach dem Warmfahren der Ladestrom (>30A) und die Ladespannung (>14V) bei über 2500upm zu hoch war und es fing an zu Patschen, wie Fehlzündung oder Kerzenbrücke. Ging ich mit der Drehzahl runter, viel die Spannung auf <12V und es war alles normal. Fazit: bei mir war der Regler defekt. Am Anfang nach dem Warmfahren gar keinen Ladestrom mit Ladekontrolllampe an, nach dem Abkühlen alles wieder gut. Der Ladekontakt hatte auf der einen Seite einen Krater und auf der anderen Seite ein Loch, also auch ein thermisches Thema. Den Krater habe ich entfernt, dann hatte aber der Regler keine Lust mehr. Eine elektronische Zündung ist auch verbaut mit einem konventionellen Spulen/Kontaktregler. Hätte ich keine Messinstrumente installiert, wäre dieses Phänomen der Überspannung bei Ladelampe aus gar nicht aufgefallen und ich weiß nicht, was dann passiert wäre.

    Vielleicht hilft das in Deiner Findungsphase weiter.

    mf2tg joachim

  • Hallo Joachim,

    das ist interessant. Bei mir ist es ein elektronischer Regler, der ist vermutlich ganz oder kaputt, da wird es nichts dazwischen geben. Wenn ich dich richtig verstanden habe, waren es aber letztlich die Zündspulen, die aufgrund des Reglerproblems die Fehlzündung verursachten, richtig?

    Gruß Jens

  • Moin Jens,

    ja so kann man es sehen, die Zündspulen sind in Ordnung, die bekamen nur zu viel Spannung über den Regler und fingen dann an zu kotzen.

    Ich würde mal den Regler tauschen, die Ergebnisse würden mich interessieren.

    mf2tg joachim

  • Hallo Joachim,

    hab leider keinen zweiten elektronischen Regler liegen, müsste ich erst bestellen. Kann auch nicht einfach einen mechanischen einbauen, da ich nach dem Schema von Johannes Herold einen Widerstand in der Erregerstromleitung habe, an den ich nicht leicht herankomme. Hab vorhin mal im Stand den Motor hochgedreht, gab keinerlei Aussetzer. Vielleicht fahre ich noch mal ein Stück.

    Gruß Jens

  • Hallo Jens,


    dann klemme doch einfach D+ ab, wenn der Wagen läuft und fahre dann ein Stück. Wenn der elektronische Regler defekt wäre, würde bei Dir aber einiges im Argens sein. Anders als beim 3Zylinder, hast du ja die Dynastart, die liefert über 25V. Es müsste auch die Batterie anfangen zu kochen.

    Überprüfe doch auch die Masseverbindung der Zündspulen.

    Viele Grüße

    Ulf

  • Hallo Ulf,

    du meinst D+ am Dynastartgehäuse, damit fährt er dann nur auf Batterie, oder?

    Glaube auch nicht, dass der elektronische Regler falsch regeln kann, er kann eigentlich nur kaputtgehen. Nach dem Hinweis von Joachim kamen mir die Zündspulen in den Sinn, die könnten doch bei höheren Drehzahlen und Wärme durchschlagen, oder?

    Gruß Jens

  • gelegentliches Patschen in Gewehrschuss-Lautstärke beim Schalten macht mein F-8 auch. Habe mich inzwischen daran gewöhnt und mache da auch nichts zur Ursachenforschung, denn er läuft ruhig und problemlos.


    Frage an Joachim #3:


    wie hast Du das Amperemeter geschaltet? 30 A Ladestrom halte ich für fast ausgeschlossen.


    Ich habe zwar kein fest eingebautes A-Meter, sondern separat ein analoges mit Mittelstellung. Ich klemme dazu bei etwas höherer Drehzahl das Kabel an der Batterie ab unk klemme das A-Meter in Reihe dazwischen. Es werden dann ca. 5-6 A Ladestrom gemessen. Meine 60Ah Batterie musste ich noch nie separat nachladen. Komplette Elektrik ist auf 12 Volt umgebaut.


    Ich würde das A-Meter gerne fest einbauen es geht bis 10 A mit Nullstellung in der Skalenmitte. Es kann also den Lade- sowie den Entladestrom anzeigen. Allerdings ist mir nicht klar, wie das richtig gemacht wird. Denn beim Anlassen fliesst ja ein deutlich höherer Strom als die 10 A. Beim Starten müsste das A-Meter entsprechend überbrückt werden.

    Hat hierzu jemand einen Tipp.


    Rudi

  • Hallo Rudi,

    das Ampere Meter kommt in den Zündungskreis.


    Gruß

    Heinz


    Ampere Meter.jpg

  • hallo Heinz,


    danke für Deine rasche Antwort.


    Auf dem Schaltplan liegt das A-Meter zwischen Batterie + und über die 40A-Sicherung an Klemme 51 am Regler.


    An meinem Regler gibt es die Bezeichnung 51 allerdings nicht. Bevor ich was falsch mache frage ich nochmal:

    das ist an meinem Regler dann B+ ?

    Also das rote Kabel, das direkt von Batterie + kommt.

    pasted-from-clipboard.png   pasted-from-clipboard.png


    ich habe da auch noch einen Plan vom Gläser-Cabrio

    pasted-from-clipboard.png


    Grüssle

    Rudi

  • Hallo Rudi,


    B+, und 51 sind identisch,

    Jedes Land, bzw Hersteller hatte früher, andere Bezeichnungen


    Klemen bezeichnungen.jpg


    https://www.fahrzeug-elektrik.de/Eiaa.htm


    Gruß

    Heinz

  • danke Heinz,


    werde ich also mal so probieren.


    Früher waren ja bei vielen Autos die Amperemeter mit Mittelstellung zur Ladekontrolle serienmässig eingebaut. Vor allem von "Amischlitten" ist mir das in Erinnerung. Meine damalige Freundin hatte eine Ente, da war auch so eine Anzeige drin. Soweit ich noch weiss nicht mit genauen Werten, sondern nur rot und grün.


    Grüssle aus dem Ländle

    Rudi

  • Hallo Ulf,


    ich wollte es besonders schön machen und die originale Zündbox weiterverwenden. Nach langem Suchen habe ich dann endlich Motorradzündspulen gefunden, die da reinpassen. Denen ist es nun vermutlich zu heiß geworden. Der Schließwinkel der Laubtec ist größer und es fließt länger Strom. Baue jetzt auf normale Spulen um und werde berichten.


    Gruß Jens

  • Moin Rudi,

    in Reihe geschaltet zwischen Batterie + und über die 40A-Sicherung an Klemme 51 am Regler, wie von Heinz beschrieben. Warum meine Werte da noch oben geschossen sind, kann ich mir technisch nicht erklären,

    mf2tg joachim

  • Hi,

    hier nun die Auflösung. Nach Umbau auf offene Zündspulen sind heute bei der Probefahrt keine Fehlzündungen mehr aufgetreten. Der erste Verdacht hat sich damit wohl bestätigt. Die Motorradspulen, die ich in die Zündbox reingebastelt hatte, sind wohl den Hitzetod gestorben. Schade um die schöne Optik🤷‍♂️

    Gruß Jens

  • Hi Jens,


    wenn der Kasten bislang zu war, könnten ein paar Belüftungsschlitze oder Bohrungen (z.B. unten und hinten, wo man nicht so hinguckt) vielleicht was reißen, und immer noch gut aussehen? Keine Ahnung wie das aussieht, nur als Idee...


    Gruß Jo

  • Hallo Jo,

    hatte auch mal daran gedacht, will das Auto nun aber in erster Linie zuverlässig bekommen. Ich müsste erst wieder ein Paar genau dieser Spulen besorgen, die als Einzige reinpassen mit dem hohen Risiko, dass paar Schlitze nicht reichen. Muss in Garitz eben die Haube zu bleiben und woanders weiß sowieso niemand, wie es aussehen muss😀

    Gruß Jens

  • :-) Ja, solange es nur irgendwie klassisch aussieht, ist es doch gut..


    Ich mein ja auch, Perfektion darf nicht darin enden, dass es am Ende nicht mehr fährt...


    Gruß Jo